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Informationen zur Vorlesung 'Einführung in das Studium Politikwissenschaft' Eva Kreisky, Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft - Universität Wien, Wintersemester 2002-2003
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Faktoren der späten Entwicklung der Politikwissenschaft in Österreich


Die besondere politische Geschichte und politische Kultur Österreichs (antidemokratische Kontinuitäten)
das schwierige intellektuelle Milieu und das anti-diskursive Klima in Österreich (Kontinuität des Anti-Intellektualismus, Tradition von Vorurteilsstrukturen und Minderheitenfeindlichkeiten)
die automatische Gleichsetzung von Sozialwissenschaft mit Marxismus (Stigmatisierung linker oder gesellschaftskritischer Positionen)
Politikwissenschaft galt als ungeliebter Import aus Amerika (irrationale Angst vor "Überfremdung"); in Wirklichkeit: Exportprodukt aus Europa
das ausgeprägte Juristenmonopol (in der Verwaltung und ganz besonders in der Hochschulverwaltung) (wissenschafts- und kritikfeindliche affirmative Gestaltungsmacht in Politik und Verwaltung)
die Kleinheit Österreichs und sein abhängige Position von den institutionellen Möglichkeiten der Großmächte der Wissenschaft (insbesonders Deutschland: Tendenz zu mangelnder Unterscheidung zwischen österreichischem und deutschem Denken) im internationalen Kontext der Wissenschaft (wissenschaftliche Zentrum-Peripherie-Problematik, parakoloniale Abhängigkeit, wissenschaftlicher Autismus der Großmächte)
Abschottung durch anti-moderne "Westdistanz" Österreichs (bornierter Provinzialismus)
eine nur vorübergehende, kurze Öffnung für sozial- und politikwissenschaftlich inspirierte Gesellschaftsreformen (naturwissenschaftlich-technische Hegemonie im österreichischen Modernisierungsdiskurs, politisches Interesse an Konservierung bestehender Politik- und Gesellschaftsstrukturen)
Strukturelle Unterausstattung der Sozial- und Geisteswissenschaften (materielle Armut)
Fehlen einer kritischen Öffentlichkeit, die Druck erzeugt in Richtung Ausbau und Stärkung der Politikwissenschaft (Fehlen effektiver Lobby-Strukturen)

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