Seminar: Neoliberalismus und Körperdiskurse - Dr. Eva Kreisky, Institut für Politikwissenschaft - Universität Wien, 2004
Thesen und Themen
(A) Thesen zum Thema
- Ein absolut "natürliches" Körper(er)leben existiert nicht. Dieses ist stets "kulturell" vermittelt.
- Daher schreibt sich auch "Politik" in die Körper der Menschen ein: Politische Konfigurationen gesellschaftlicher Macht spiegeln sich in hegemonialen Körperbildern, in Körperidealen und Idealkörpern.
- Neoliberalismus ist nicht nur eine ideologische Rhetorik unter anderen oder eine beliebige ökonomische Konstellation. Er verkörpert vor allem ein weitläufiges politisch-ideologisches Projekt zur Reformulierung eines forschen, ja aggressiven Kapitalismus. Neoliberalismus bedeutet Fortführung des Kapitalismus mit marktradikalen Mitteln.
- Zum neoliberalen Projekt zählen auch Optimierungen, Modifikationen oder Neukonfigurationen von Körperlichkeiten, des eigenen Körpers wie der Körper zukünftiger Generationen.
(B) Exemplarische Themenfelder
- "Work in progress": An der Unsterblichkeit der Menschen wird gearbeitet ...
- "Entkörperung" des Menschen - "Verkörperlichung" neoliberaler Politikdiskurse
- Begriff der Evolution und (neoliberale) Gesellschaftssicht
- Neoliberales Menschenmodell
- Börsenwahn, Shareholders und "Ich-AG"
- Der "flexible Kapitalismus" verlangt nach "flexiblen" Menschen
- Neoliberale Körperkulte
- Körperklassen im Neoliberalismus
- Verschwinden des Körpers
- Neoliberalisierung als deregulierendes Vorauskommando umfassender "Cyborgisierung"
- Genforschung: Reformwissenschaft des Neoliberalismus
- Vom fordistischen zum postfordistischen Körper