Dr. Eva Kreisky, Institut für Politikwissenschaft - Universität Wien
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Wissenschaftliches Arbeiten

Schreiben und zitieren

Abstract | Essay | Forschungsexposé | Protokoll | Rezension | Thesenpapier | Zitat

 

Abstract

Ein Abstract ist die Zusammenfassung eines Textes (Buch oder Artikel), wobei das Wesentliche dieses Textes abstrahiert werden soll - d.h. es geht um die Verdichtung des Textes auf das Wesentliche unter Verzicht auf das Unwesentliche. Ein Abstract soll aber dennoch unabhängig vom Text verständlich sein. Im Abstract sollen das Thema bzw. die Fragestellung, die Hauptthesen sowie die Ergebnisse bzw. Schlussfolgerungen des Textes angeführt werden. Je nach Text sind verwendete Quellen, die Charakteristik des Textes oder die Methode zu erläutern. Da das Abstract unabhängig vom Text verständlich sein soll, ist darauf zu achten, dass die Argumentationslogik nachvollziehbar ist. Ein Abstract sollte nie mehr als 100 Worte umfassen - unabhängig von der Länge des zugrundeliegenden Textes. Es sollten trotzdem ganze Sätze formuliert werden und nicht nur Stichworte, da sonst die Nachvollziehbarkeit nicht gewährleistet ist. Abstracts sind ein wichtiges Werkzeug wissenschaftlichen Arbeitens. Zum einen dienen sie als Orientierung über gelesene Texte für die eigene Arbeit, zum anderen sind sie auch zentrales Auswahlkriterium, ob ein Text überhaupt für eine Arbeit in Frage kommt.

Wer einen Artikel verfasst oder ein Buch publizieren will, wird von Verlag oder HerausgeberIn mit Sicherheit aufgefordert, ein Abstract zu liefern. In einigen wissenschaftlichen Zeitschriften werden Abstracts den Artikeln vorangestellt, um LeserInnen eine Orientierung zu geben. Bei Büchern dienen Abstracts mitunter als Klappentext, vor allem aber als Entscheidungshilfe für den Verlag. Zudem gibt es als wichtige Suchhilfe für wissenschaftliches Arbeiten Abstractbände und -sammlungen (z.B. Psychological Abstracts, International Bibliography of Social Sciences, Social Science Citation Index usw.).

 

 

 

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Essay ("Versuch, Abhandlung")

Ein Essay ist eine flüssig geschriebene Erörterung eines Themas, ohne es erschöpfend zu behandeln. Ein Essay braucht vor allem einen Standpunkt, den es (theoretisch) zu begründen und (empirisch) zu verankern gilt. Auch Essays sind anspruchsvoll und sollten logisch stimmig sein sowie einen erkennbaren Argumentationsgang aufweisen. Meist gehen sie kommentierend vor, sie können also durchaus "subjektiv" sein. Sie dürfen auch ohne einen umfangreichen "wissenschaftlichen Apparat" (Fußnoten, Literaturverzeichnisse) auskommen (im Unterschied zu "Seminararbeiten"!) und können sich zudem mehr stilistische Freiheiten (literarischer) erlauben. So haben sie auch keine so rigide Gliederung wie etwa Seminararbeiten. Dennoch sollte aber eine Ordnung des Textes erkennbar sein. Zitate und Beispiele sind gefragt, sollten jedoch sehr kurz sein.

 

 

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Forschungsexposé

Ein Forschungsexposé ist das Rohkonzept einer wissenschaftlichen (Haus-)Arbeit. Das Exposé soll also einen Überblick über Thema, Problemstellung, Thesen und den Gang der Argumentation (Gliederung) der Arbeit vermitteln. Es sollte Hinweise auf den theoretischen Zugang sowie auf die Methode (Forschungsansatz) der Arbeit geben. Die wichtigsten Literaturhinweise bzw. verwendeten Quellen sollten angegeben und kommentiert werden. Ein Zeitplan sollte erstellt werden. Das Forschungsexposé bildet im Kern die spätere Einleitung zur wissenschaftlichen Arbeit.

1. Arbeitsablauf und Zeitplanung für die Erstellung eines Forschungsexposés

1.1 Vorüberlegungen (d.h. Hinsetzen, Nachdenken und Notizen auf einem "weißen" Blatt Papier machen):

* welche Probleme gehören zum gewählten Thema,
* welche Randprobleme sollen ausgeklammert werden,
* welche Stichworte fallen zum Thema ein (Mapping),
* wie lassen sich diese Stichworte aufgliedern und gruppieren, welche
* Beziehungen bestehen zwischen ihnen,
* was weiß ich zum Thema,
* welche Fragen stellen sich im Rahmen des Themas,
* welche Hypothesen lassen sich über die thematischen Zusammenhänge herstellen,
* welche Begriffe müssen für die Bearbeitung geklärt, welche
* Arbeitsdefinitionen müssen festgelegt werden,
* welche unterschiedlichen Interessen von welchen Gruppen werden in Bezug
auf das Thema vertreten,
* welche möglichen Aktualitäten besitzt das Thema
* welche Materialien sind bereits bekannt, wo soll ich nach weiteren
Unterlagen suchen, wen könnte ich befragen?

1.2 Arbeitsplan

* Thema und Problemstellung der Arbeit (evtl. Theorie, Methode, Forschungsansatz)
* Entwurf des Argumentationsganges
* Gliederung der Arbeit, ungefährer Umfang der einzelnen Abschnitte
* Quellenlage sondieren (Zugänglichkeit der Quellen; Fähigkeit zum Umgang mit den Quellen; Primär- oder Sekundärquellen; Texte: Bücher, Aufsätze, Zeitungsartikel, Dokumente, Gesetzesausgaben usw.; Interviews; Bilddokumente; Materialsuche; Lesetechniken; Ordnung des Materials usw.)
* Zeitplan (abwechselnde Recherchier-, Lese- sowie Schreib- und Formulierphasen, abschließende Arbeitsgänge: Fehlende Quellenhinweise, Bibliographie, Korrekturlesen, Kopieren usw.)
2. Struktur eines Forschungsexposés
* Kopf/Titelblatt der Arbeit (Name, Matrikelnummer, Studienkennzahl, Lehrveranstaltung, Semester, LehveranstaltungsleiterIn, Titel der Arbeit/des Forschungsexposés)
*

Thema bzw. Gegenstand der Arbeit (Beschreibung, Eingrenzung, Abgrenzung)
Von der Themenwahl ist abhängig, ob eine Arbeit mit Interesse und Spaß erledigt wird. Das Thema einer Arbeit kann durch praktische Erfahrungen und/oder durch wissenschaftliche und intellektuelle Neugier angeregt werden. Es sollte sowohl die individuelle (Warum bearbeite ich dieses Thema?), die gesellschaftliche (Warum soll dazu überhaupt geforscht werden?) wie auch die wissenschaftliche (Wo gibt es Forschungslücken? In welche wissenschaftliche Kontroverse will ich mich einmischen?) Relevanz des Themas überlegt werden. Dieses Nachfragen hilft, die Perspektive zu klären, aus der man ein Thema angeht.

"Die erste Versuchung für den Studenten besteht darin, eine Arbeit zu schreiben, in der von zu vielem gehandelt wird" (Umberto Eco): z.B. "Politische Parteien heute". Der Gegenstand muß eingeschränkt werden (das Thema muß "machbar" sein: z.B. in inhaltlicher, zeitlicher und örtlicher Hinsicht).
Der erste Schritt besteht also darin, das Thema konkret und explizit zu machen, also ab- und einzugrenzen, z.B.:

*Behandlung eines bestimmten Zeitraumes,
*Beschränkung auf eine bestimmte Region,
*Konzentration auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe,
*Beschäftigung mit einigen wenigen AutorInnen/ einem/einer AutorIn.
* Problem- bzw. Fragestellung; Erkenntnisinteresse/Ziel der Arbeit
Wenn das Problem/die Fragestellung nicht klar formuliert wird, kann man sich in der einschlägigen Literatur kaum zurechtfinden und man weiß nicht, wo man beginnen soll. Deshalb muß zunächst das Thema aufgegliedert und ein spezifisches Problem formuliert werden, das mit wissenschaftlichen Methoden untersucht werden kann ("Forschungsfrage": Was will ich über den Untersuchungsgegenstand erfahren?).
Wie finde ich eine Problemstellung?
* *systematische Beschäftigung mit dem Gegenstand durch eigene Überlegung und Beobachtung;
*erste Sichtung vorhandenen Materials; Studium einschlägiger Literatur;
*Gespräche und Diskussionen mit Personen, die Erfahrung auf dem Untersuchungsgebiet haben.
W-Fragen (Wer, Wann, Wo, Wie?) vermeiden. Konzentration auf "Warum?". Eine wissenschaftliche Arbeit sollte nicht nur darstellen, sondern analysieren.

* Thesen/Hypothesen

* Material (kommentierte Literaturhinweise)

* Theorie, zentrale Begriffe und Konzepte (theoretischer Wissensstand zum Forschungsproblem)

* Methode der Studie (z.B. Textanalyse, empirische Methoden), Forschungsansatz (z.B. historisch-systematisch, institutionalistisch, biographisch) - "Operationalisierung der Fragestellung"

* Gang der Argumentation/der Untersuchung (Dies entwickelt sich dann zum Hauptteil der Arbeit - Darstellung des Themas, Analyse, Interpretation)

* mögliche/vermutete Ergebnisse (kurze Darstellung der vermuteten Ergebnisse, erste Diskussion und Interpretation der Ergebnisse)

* Fragen, die noch ungeklärt sind

* Zeitplan/Arbeitsplan für die Durchführung der Studie

 


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Protokoll

Verfassen von Protokollen

Ein Protokoll ist eine nachvollziehende Niederschrift. Im Regelfall (Ausnahme: Gedächtnisprotokoll) ist ein Protokoll für andere da. Es hat dokumentarischen Charakter, daher müssen sich die ProtokollantInnen "zurücknehmen". Protokolle bleiben (mit Ausnahme des wörtlichen Protokolls) unvollständig.

Es gibt unterschiedliche Arten von Protokollen:

* Gedächtnisprotokoll (ergebnisorientierte Niederschrift aus dem Gedächtnis für persönliche Verwertungszwecke)
* Wörtliches Protokoll (Abschrift eines Stenogramms oder einer Tonbandaufnahme)
* Verlaufsprotokoll (chronologische, möglichst realitätsnahe Darstellung der zeitlichen Abfolge, die Wesentliches und Unwesentliches gleichermaßen dokumentiert)
* Ergebnisprotokoll (gestraffte, strukturierte Zusammenfassung, die Wesentliches und Unwesentliches auseinander hält)
* Beschlussprotokoll (in der Gremienarbeit üblich)

Funktion von Protokollen in Lehrveranstaltungen

Strukturierte Zusammenfassung, damit

* Gedächtnisstütze für die Teilnehmenden (Verständigung über Ergebnisse)
* Information für die Nichtanwesenden (rascher Überblick)

Festhalten von wesentlichen Arbeitsergebnissen
(eventuell) Klärung und Ergänzung durch die ProtokollantInnen (Kontrollieren und Nachschauen: Fachtermini, Fremdwörter, Eigennamen, Daten usw.)
"Vorlesungsjournal" (wichtige Termine, Informationen zur Prüfung und Hausarbeit, Kritik an der Lehrveranstaltung, Verbesserungsvorschläge, verteilte Materialien u.a.m.)

Inhalte von Protokollen

Kopf des Protokolls:

o Titel der Vorlesung, Namen der Lehrenden
o Datum )
o Namen der ProtokollantInnen (alphabetisch gereiht, Mat.Nr., Studienkennzahl)
Organisatorische Informationen
o vereinbarte Termine und Orte (Planung, Verschiebungen, Abgabetermine, Koordinaten der Homepage u.a.m.)
o Übersicht über verteilte Papiere und Materialien
o verteilte Aufgaben (eventuell mit Namen derer, die sie übernommen haben)

Inhalte
(Protokoll soll ordnen, strukturieren, zusammenfassen, ergänzen, kommentieren)
o Überblick über die Themen ("Tagesordnung")
o strukturierte Zusammenfassung der präsentierten Inhalte (wenn nicht in eventueller Lehrveranstaltungsunterlage enthalten), ansonsten Verweis auf die Unterlage
o strukturierte und zusammenfassende Darstellung der Diskussionspunkte (Protokoll ist keine Nacherzählung, folgt nicht unbedingt der Chronologie der Ereignisse, Diskussion kann sehr sprunghaft sein)
o offene Fragen, Anregungen für weitere Arbeit
Verschiedenes
o Einordnung einzelner Vorlesungsinhalte in den Gesamtzusammenhang der Vorlesung (eventuell Rückverweise auf frühere Einheiten, Hinweise auf offen gebliebene Fragen u.a.m.)
o Konzentration auf das Wesentliche ("Hauptlinien")
o Wiedergabe der Diskussion eventuell in Stichworten, Diskussion ohne Namen
o Tafelbilder, Skizzen erleichtern Verständnis

Kritik an der Lehrveranstaltung
(auch wenn sich die ProtokollantInnen "zurücknehmen" sollen, sind "Meinungen" nicht grundsätzlich verboten, sie müssen aber kenntlich gemacht werden)
o eigene Kritik
o eventuell Kritik, die andere geäußert haben
o Vorschläge zur Verbesserung der Arbeit und Weiterführung der Diskussion

Arbeitstechniken
(Grundsätzlich: Möglichst früh nach der Lehrveranstaltung das Protokoll abfassen; Erinnerungsvermögen lässt nach, Möglichkeit zum Rückfragen und Nachschlagen einkalkulieren)

* Technik des Mitschreibens
* unmittelbar nach der Vorlesung Notizen durchsehen und ergänzen, Abkürzungen ausschreiben u.a.m.
* die Mitschriften vergleichen (daher ist Gruppenarbeit vorteilhaft), wechselseitig vervollständigen, Aufteilung vereinbaren, jede/r einzelne formuliert aus
* unbekannte Begriffe, AutorInnen usw. eventuell in einer Bibliothek nachschlagen
* gute Gliederung, übersichtliche Schreibweise (Absätze, Unterstreichungen, Zwischentitel u.a.m.)
* bei inhaltlichen Unklarheiten andere TeilnehmerInnen kontaktieren, eventuell TutorInnen, StudienassistentInnen, die Vortragenden fragen
* nicht länger als 4 bis 5 Seiten.

 

 

 

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Rezension

Eine Rezension hat die Aufgabe, einer/m potenzielle/n LeserIn eine Orientierung zu einem Buch/einem Text zu geben. Was erwartete den/die LeserIn? Soll er/sie das Buch lesen oder gar kaufen? Welchen Erkenntnisgewinn kann das Buch/der Text vermitteln? Kann das Buch/der Text spezielle Informationsbedürfnisse befriedigen bzw. Fragestellungen beantworten? Aber auch: Warum lohnt es nicht (eventuell auch nur für ganz bestimmte Lesebedürfnisse), das Buch/den Text zu lesen? Eine Rezension ist keine bloße Inhaltsangabe eines Buches, sondern setzt sich kritisch mit dem Inhalt auseinander. Eine Rezension sollte die Vor- und Nachteile bzw. die starken und die schwachen Seiten eines Buches/eines Textes zusammen tragen.

Diese Wertungen, die eine Rezension vornehmen soll, müssen begründet sein, d.h. der/die RezensentIn muss seine/ihre Bewertungsmaßstäbe offen legen. Rezensionen sind also nicht bloße "Geschmacksurteile". Freilich können neben Beurteilungen und Einschätzungen nach objektiven Bewertungskriterien auch politische und/oder Geschmacksurteile abgegeben werden.

Wichtig ist, dass in einer Rezension klar ersichtlich ist, welche Teile sich mit der Darstellung des Inhalts (Thesen, Argumente, Beispiele u.a.m.) des Buches/Textes befassen und welche werten bzw. die eigene Stellungnahme des/der RezensentIn enthalten.

Wichtig: Trennung von "Darstellung" und "Bewertung"!

Tipp: Lesen Sie Rezensionen in Tageszeitungen/in wissenschaftlichen Fachzeitschriften als Beispiele!

Die Struktur einer Rezension

Vorstellen des Buches/Textes
o Angaben zu Titel, AutorIn, Verlag, ISBN-Nummer, Erscheinungsjahr, Auflage, Seitenanzahl, Kaufpreis, gebunden oder Taschenbuch;
o Umfang: 2 Seiten
o Informationen zur AutorIn in den ersten Absätzen der Rezension
o Einschätzung/Beschreibung der Textsorte (wissenschaftlich, essayistisch, journalistisch, )
o Welche Fragestellung bearbeitet das Buch/der Text?
o Welche Thesen werden aufgestellt?
o Welche Schlüsselbegriffe werden verwendet? Gibt es Anknüpfungen an eine (politik-)wissenschaftliche Theorie(Schule)? Wird eine spezifische Methode verwendet?
o Wie ist der Gang der Argumentation?
o Welche neuen Erkenntnisse, welche Ergebnisse präsentiert das Buch/der Text?


Kriterien für die Bewertung
o Ist die Fragestellung klar umrissen?
o Welche Begriffe bleiben unklar, schwammig? Welche werden gut definiert?
o Ist die Argumentation/Gang der Argumentation klar?
o Welche Fragen werden nicht beantwortet? Welche werden beantwortet?
o Bleiben wissenschaftliche Vorgaben/Versprechen uneingelöst?
o Hat der Stil gefallen?
o Erfährt der/die LeserIn etwas Interessantes, Neues?
o Bin ich mit der Meinung/den Schlussfolgerungen der AutorIn einverstanden? Warum ja, warum nein?
o Wird das Buch/der Text zur Lektüre empfohlen? Warum?

 


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Thesenpapier ("handout")

Alle Referate sollten durch Vorlage eines klar und übersichtlich strukturierten, knappen Thesenpapiers unterstützt werden. Ein Thesenpapier oder Handout ist also in erster Linie eine Vortragsunterlage, das die Zuhörenden entlasten soll. Es muss daher so gestaltet sein, dass es dem Zuhören förderlich ist und den Vortrag/das Referat verständlich macht. Es darf keinesfalls ablenkend wirken. Thesenpapiere stellen wesentliche Inhalte und Ergebnisse eines Textes oder eines Referates dar, um die Diskussion anzuregen und zu strukturieren ("Diskussionsgrundlage"). Auf dem Thesenpapier sollten die zentralen Thesen des Referats stehen. Dabei ist kenntlich zu machen, ob diese Thesen die Meinung des/der ReferentIn oder jene eines/einer anderen AutorIn wiedergeben. Auch zentrale Begriffe sollten auf dem Thesenpapier definiert werden. Thesenpapiere kontrastieren auch kontroverse Positionen und markieren Ansatzpunkte der Kritik.

Thesenpapiere sollten übersichtlich gegliedert sein, prägnant, in kurzen Sätzen oder Stichworten wichtige Aussagen des Referats festhalten, damit es auch anhand des Thesenpapiers rekonstruiert werden kann. Es sollte, wenn möglich, nicht länger als eine Seite sein - aber nicht auf Kosten der Übersichtlichkeit. Als Gestaltungsmittel eignen sich auch erklärende Grafiken. Weiters muss auf dem Thesenpapier der Titel der Lehrveranstaltung (mit dem jeweiligen Semester) vermerkt sein, der Name des/der ReferentIn, der Titel des Referats und Angaben zu verwendeter Literatur und Quellen.

 


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Das Zitat

1. Wann zitiert man?

1.1 Man zitiert einen Text, wenn man ihn analysiert und interpretiert.
1.2 Man zitiert einen Text, um mit Hilfe der "Autorität" des/r Autors/in eine eigene Aussage zu unterstützen, zu bestätigen bzw. abzusichern.
1.3 Man zitiert einen Text, weil er etwas Neues enthält.
1.4 Man zitiert keinen Text aus Faulheit (weil man sich das Zusammenfassen einer Aussage, das Ausformulieren eines Gedankens usw. ersparen will).
1.5 Man zitiert keinen Text, der länger als eine halbe Seite ist.


2. Zitat / sinngemäße Wiedergabe / Plagiat:

2.1 Zitate müssen wortgetreu sein. Es dürfen keine Textstellen ausgelassen werden, ohne dass das angezeigt wird ( ... ). Es darf auch nichts eingefügt werden. Einschübe sind jedenfalls in Klammern zu setzen und mit dem Vermerk der Initialen des/der AutorInnen zu versehen.
Eigene Unterstreichungen oder Hervorhebungen sind zu kennzeichnen (als Klammerbemerkung Hervorhebung + Initialen).
Verweise müssen genau sein, sie müssen von jedermann kontrolliert werden können (s. Anlage: Beispiel).

2.2 Sinngemäße Wiedergabe (Paraphrase): Stellen des Textes wurden kürzer zusammengefasst, mit eigenen Worten wiedergegeben usw.
(werden gekennzeichnet durch vgl. plus Quellenverweis)

2.3 Plagiate sind Zitate ohne Anführungszeichen.

3. Hauptformen des Quellennachweises im Text

3.1 "Geisteswissenschaftliche"/"Deutsche" Zitierweise/Zitat - Fußnote:
Die Quellenangabe erfolgt im Text über Fußnoten. Bei mehrmaligem Zitat aus demselben Werk wird durch a.a.O. bzw. durch ebd. in direkter Aufeinanderfolge des Zitats. auf den Erstbeleg verwiesen. Nur bei der ersten Erwähnung der Quelle werden sämtliche bibliographische Angaben erwähnt, die zum eindeutigen Identifizieren und raschen Auffinden des zitierten Titels nötig sind. Die in den Anmerkungen zitierten Texte müssen auch im (alphabetisch geordneten) Literaturverzeichnis stehen.

3.2 "Naturwissenschaftliche"/"Amerikanische" Zitierweise/Autor/in - Jahr:
Die Quellenangabe erfolgt im Text selbst durch verkürzte Form des Literaturbelegs (Familienname des/r Verfassers/in mit Jahreszahl,
Seitenangabe). Die vollständige bibliographische Angabe findet man im (alphabetisch geordneten) Literaturverzeichnis (am Ende der Arbeit oder
am Ende eines Kapitels), wobei mehrere Publikationen im selben Jahr durch Hinzufügung von Kleinbuchstaben unterschieden werden (1994a,
1994b, 1994c). Anmerkungen beziehen sich auf den Inhalt des Textes oder vermitteln interne Verweisungen.


4. Wie gestaltet man ein Literaturverzeichnis?

4.1 Die "Mindestbestandteile" jeder bibliographischen Angabe sind:

4.1.1 Autor/in:
Verfasser- oder Herausgebername (im letzteren Fall mit Zusatz (Hg./Hrsg.) ohne akademischen Titel und Berufsbezeichnung; Vorname(n) vor oder nachgestellt, auch abgekürzt. Bei mehr als drei AutorInnen wird nur erste(r) mit Zusatz (u.a./et al.) angeführt.

4.1.2 Werk:
Zitiert wird der genaue Titel einer Monographie (incl. Anführungszeichen, Interpunktion (z.B. ?) im Titel).
Bei unselbständig erschienen Arbeiten (Beiträge in Sammelwerken, Zeitschriftenaufsätze) kann der Titel in Anführungszeichen gesetzt werden; dann folgt nach in: die übergeordnete selbständige Veröffentlichung (z.B. Name der Zeitschrift mit Jahrgangsnummer, Jahreszahl und Seitenangabe, Autor/Herausgeber der Monographie, Titel, Ort, Seite)

4.1.3 Ort:
Bei selbständigen Publikationen kann der Erscheinungsort auch durch den Namen des Verlages ergänzt werden; im deutschsprachigen Kontext ist der Erscheinungsort üblich. Bei mehreren Erscheinungsorten genügt der erstgenannte, bei unbekanntem Ort die Angabe: o.O. Bei Zeitschriften entfallen Erscheinungsort und Verlag.

4.1.4 Jahr:
Das Erscheinungsjahr richtet sich nach der benützten Ausgabe, also der Auflage. Letztere wird entweder als Zusatz (3., verbesserte Auflage) oder durch eine hochgestellte Ziffer beim Erscheinungsjahr (19803) angeführt. Gegebenenfalls o.J. bei Werken ohne Erscheinungsjahr.

4.2 Dazu kommen allenfalls nähere Hinweise (Auflage, Verlag, Übersetzungsangaben, Buchreihe, Zahl der Bände).

4.3 Bei Periodika tritt anstelle des Ortes (vgl. 4.1.3) der Name der Zeitschrift mit Jahrgangsnummer.

4.4 Zitieren aus dem Internet nach den Regeln der "Modern Language Association": komplette URL (Adresse) und Datum des Downloadens.

5. Zitiervorgaben aus wichtigen politikwissenschaftlichen Zeitschriften sowie häufig verwendete Abkürzungen und Ihre Bedeutung:

Zitierregeln.doc (42 kb)


Beispiel: "Hinweise für AutorInnen" für die Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (ÖZP)